Irina Botea und Nicolae Comãnescu repräsentieren zwei künstlerische Positionen der jungen Generation Rumäniens. Die Eröffnung findet am 3. März um 19.30 Uhr statt.
Irina Botea befasst sich mit dem Begriff „Heimat“. Sie verarbeitet ihre persönlichen Erfahrungen mit dem Kommunismus unter Ceausescu als ein Teil des kollektiven rumänischen, politischen Erbes. Wahrheiten sind bestens an Klischeebildern zu erkennen. „Casa Poporului“ - Haus des Volkes, die Heimstätte des rumänischen Parlaments, ist weltweit nach dem Pentagon der zweitgrösste Gebäudekomplex, der auch architektonisch als wertvoll eingestuft wird. In naher Zukunft soll hier das Museum für zeitgenössische Kunst untergebracht werden. Irina Botea verwendet Casa Poporului als Symbol einer belasteten Vergangenheit, die Prunkzeit des Kommunismus, welche krass im Gegensatz zu den realen damaligen Verhältnissen stand. In ihrer Videoarbeit wird eine gebackene und verzierte Casa-Poporului-Torte von Schweizer Almkühen aufgeschleckt.
Nicolae Comãnescus Malereien beschäftigen sich mit urbanen Raum-Landschaften. Seine Bilder kombinieren found-footage Materialien aus digital manipulierter Fotografie und Videokunst. Das Bewusstwerden von Kunst und die Entdeckung des Lustvollen an ihrer Rezeption stehen im Vordergrund seiner Erzählung. Dies gelingt durch die Zusammenführung von Ismen, sprich Stilen wie beispielsweise Pop Art, Neodada, Neo-Byzantinistik und deutschen Neo-Expressivismus.
Die ausgestellten Arbeiten sind Teil eines Zyklus, welcher sich mit Strassenansichten befasst. Im übertragenen Sinn wirken sie wie Fenster, welche in erstarrte Stadtlandschaften überführen. Konzeptionell und visuell werden Erinnerungen an die Realität neuangeordnet.
Kurzbiografien und ausgewählte Ausstellungen:
Irina Botea
1970 geb. in Ploiesti, Rumänien
1990-95 Geologiestudium
1996-2001 Kunststudium, Bukarest
2004 Chicagostipendium
2005 Siemens_artLab, Wien, A
2004 Revolutions Reloaded, Galerie Artra, Mailand, I
Atterissage, Paris, F
Central – New Art from New Europe, Salzburg, Graz, A; Bukarest, Rom.; Belgrad, Serb./Mont.
2003 Human Interaction, Neue Galerie Bukarest, R
Die Zukunft von Balkan ist da, Künstlerhaus Boswil, CH
2002 Light Shadows, Vermont Studio Center, Vermont, USA
Coop 2, Museum für zeitgen. Kunst, Bukarest, R
Nicolae Comãnescu
1968 geboren
1998 Abschluss an der Kunstakademie, Bukarest
Seit 2002 Kurator
2005 Siemens_artLab, Wien, A
2004 Central – New Art from New Europe, Salzburg, Graz, A; Bukarest, Rom., Belgrad, Serb./Mont.
Nicolae Comanescu – Grand Prix Remix, Nat. Museum, Bukarest
2003 Trieste Contemporanea, Instituto Tommaseo, Triest
2002 Creativity & cognition, Loughborough University Art Gallery
Moni Lazariston, Thessaloniki, Griechenland
2001 Videotree, Florenz
2000 Argos project, Vevey, Schweiz